Fussgängerstreifen – Konflikt Autofahrer & Fussgänger

Auf Fussgängerstreifen passieren immer wieder schwerwiegende Unfälle. Häufig fluchen Autofahrer über die teilweise total passiven Fußgänger und diese wiederum über rücksichtslose Fahrzeuglenker. Dabei ist das Thema Fussgängerstreifen im Gesetz klar geregelt und für alle Beteiligten sehr einfach zu verstehen, vorausgesetzt man hält sich an die Regeln. Im Folgenden wird das Thema Fussgängerstreifen und Straßenüberquerung der Fußgänger erläutert und besprochen.

Fussgängerstreifen - Konflikt Fussgänger und Autofahrer

Fussgängerstreifen – Konflikt Autofahrer & Fussgänger

Art. 6, Abs. 1 VRV:
Vor Fussgängerstreifen ohne Verkehrsregelung muss der Fahrzeugführer jedem Fußgänger, der sich bereits auf dem Streifen befindet oder davor wartet und ersichtlich die Fahrbahn überqueren will, den Vortritt gewähren. Er muss die Geschwindigkeit rechtzeitig mäßigen und nötigenfalls anhalten, damit er dieser Pflicht nachkommen kann.

Im Klartext: der Fußgänger hat am Fussgängerstreifen Vortritt. Fahrzeuglenker müssen im Bereich vor einem Fussgängerstreifen besonders vorsichtig sein. Dieser Gesetzesartikel gilt jedoch nicht als Freifahrtschein für Fußgänger, wie folgender Gesetzesartikel ausdrücklich schildert:

Art. 49, Abs. 2 SVG:
Die Fussgänger haben die Fahrbahn vorsichtig und auf dem kürzesten Weg zu überschreiten, nach Möglichkeit auf einem Fussgängerstreifen. Sie haben den Vortritt auf diesem Streifen, dürfen ihn aber nicht überraschend betreten.

Im Klartext: Der Autofahrer muss erkennen können, ob ein Fussgänger den Streifen überqueren möchte oder nicht. Sehr häufig ist dies anhand der Spurhaltung des Fußgängers oder dem Blickkontakt des Fußgängers mit dem Autofahrer ersichtlich. Daher sind auch Fussgänger gezwungen, sich auf den Straßenverkehr zu konzentrieren und sich vor dem Überqueren des Fussgängerstreifens wenigstens ein paar Sekunden vom Smartphone zu trennen.

Liebe Fussgänger: Autofahrer sind keine Hellseher. Sie können deine Absicht nur erkennen, wenn du es ihnen anzeigst. Außerdem hat jedes Fahrzeug und dessen Lenker einen gewissen Reaktions- resp. Bremsweg. Betrete zur eigenen Sicherheit den Fussgängerstreifen erst dann, wenn du sicher bist, dass das Auto anhalten wird resp. überhaupt noch anhalten kann. Hüpfe also nicht todesmutig vor jedes Auto. Bitte beachte Art. 26 SVG (vor allem den fett markierten Teil):

Jedermann muss sich im Verkehr so verhalten, dass er andere in der ordnungsgemäßen Benützung der Straße weder behindert noch gefährdet. Besondere Vorsicht ist geboten gegenüber Kindern, Gebrechlichen und alten Leuten, ebenso wenn Anzeichen dafür bestehen, dass sich ein Straßenbenützer nicht richtig verhalten wird.

Fussgängerstreifen & Velofahrer

In diesem Abschnitt soll die Frage geklärt werden, ob Velofahrer, die den Fussgängerstreifen fahrend überqueren, den gleichen Vortrittsanspruch geltend machen können wie die Fussgänger.

Die Antwort lautet ganz klar: NEIN.

Wie es das Wort „Fussgängerstreifen“ bereits ausdrückt, ist dieser Streifen ausschließlich für die Fussgänger reserviert. Velofahrer sind demnach angehalten vor dem Fussgängerstreifen abzusteigen und das Fahrrad über den Streifen zu schieben.

30er-Zone: Fussgänger oder Autofahrer – Wer hat Vortritt?

Auch diese Situation ist in den schweizerischen Gesetzen ganz klar geregelt. Wenn der Fussgänger in einer 30er-Zone die Straße überqueren möchte, hat er KEINEN Vortritt, es sei denn, der Fussgänger überquert einen Fussgängerstreifen. Auch hier gilt (vor allem für die Autofahrer) den oben erwähnten Gesetzesartikel (Art. 26, Abs. 2 SVGBesondere Vorsicht ist geboten gegenüber Kindern, Gebrechlichen und alten Leuten, ebenso wenn Anzeichen dafür bestehen, dass sich ein Straßenbenützer nicht richtig verhalten wird) zu beachten.

In den sogenannten Begegnungszonen (20er-Zonen) ist jedoch der Fussgänger auf der gesamten Verkehrsfläche vortrittsberechtigt. Jedoch darf er den Straßenverkehr nicht unnötig aufhalten.