Du absolvierst gerade die Ausbildung zum Führerschein und deine praktische Prüfung steht kurz bevor? Bestimmt hast du dir schon Gedanken darüber gemacht, was dich an der Prüfung genau erwarten wird, wie diese genau abläuft und wie du dich mental am besten darauf vorbereiten kannst. Diese Themen werden wir im Detail in diesem Artikel genauer anschauen, so dass du nebst deinen Fahrkünsten auch mental optimal auf die Prüfung vorbereitet bist. Vielleicht leidest du sogar unter Prüfungsangst? Auch dann halten wir dir in diesem Artikel den einen oder anderen Tipp bereit. In diesem Artikel wird jedoch nicht angesprochen, was an der praktischen Prüfung verlangt wird. Diese Punkte findest du hier.

Praktische Führerprüfung

Ablauf der praktischen Prüfung

Dein Fahrlehrer hat dich zur praktischen Prüfung angemeldet und heute ist dein großer Tag. In der Regel triffst du dich mit deinem Fahrlehrer ca. eine Stunde vor der eigentlichen Prüfung. In dieser Zeit wirst du dich fahrerisch noch etwas aufwärmen und auch die letzten Fragen werden vor der Prüfung noch geklärt. Wenn du zur Prüfung antrittst, sollten keine offenen Fragen mehr vorhanden sein.

Zusammen mit deinem Fahrlehrer wirst du dann zur Prüfungsstation fahren. Die Prüfungsgebühr von Fr. 120.- (Achtung: Prüfungsgebühr kostet nicht in jedem Kanton gleich viel) ist vor der Prüfung an der Kasse zu bezahlen. Mit deinem Fahrlehrer wartest du dann in der Schalterhalle auf deinen Experten, der dich mit Namen aufrufen wird. Nach einer kurzen Begrüßung und der Kontrolle deines Lernfahrausweises, gehst du zusammen mit ihm zum Fahrzeug. Ab diesem Zeitpunkt bist du mit dem Experten allein; der Fahrlehrer bleibt in der Regel bei der Prüfungsstation zurück.

Sobald ihr beim Fahrschulfahrzeug angekommen seid, werden zunächst die technischen Fragen über das Fahrzeug gestellt, z.B. wie viel ist das gesetzliche Mindestprofil eines Reifens oder wo kannst du das Motorenöl kontrollieren, resp. nachfüllen. Keine Angst, auch wenn du kein „Technikfreak“ bist – du wirst vor der Prüfung diese Fragen mit deinem Fahrlehrer durchgehen. Auch im VKU werden viele dieser Fragen bereits angesprochen. Dieser Teil dauert nur ein paar wenige Minuten. Sobald der Teil der Fahrzeugkenntnisse abgeschlossen ist, setzt ihr euch ins Fahrzeug und der Experte erklärt dir genau, wie er die Kommandos gibt. Je nach Experten gibt es auch noch ein paar aufmunternde Worte dazu.

Nun kommt die eigentliche Prüfungsfahrt, bei der der Experte alle wichtigen Themen überprüft. Die geprüften Themen für die praktische Prüfung findest du hier.

Die Prüfung ist vorbei und du hast das Fahrschulfahrzeug an der Prüfungsstation ordnungsgemäß parkiert und gesichert, so verrät dir der Experte das Prüfungsresultat gleich noch im Fahrzeug. Auch wenn die Prüfung positiv verlaufen ist, wird dir der Experte noch einige Tipps für die Zukunft im Straßenverkehr mit auf den Weg geben. Sollte die Prüfung negativ ausgefallen sein, wird das Schlussgespräch etwas ausführlicher werden und auch der Fahrlehrer wird dann dabei sein. Zusammenfassend erhältst du dann einen Prüfungsbericht mit den Angaben, welche noch verbessert werden müssen, um die zweite Prüfung dann bestehen zu können.

Wenn du die Prüfung bestanden hast, erhältst du deinen Lernfahrausweis mit dem Stempel „Prüfung bestanden“ zurück. Ab jetzt darfst du am Straßenverkehr alleine teilnehmen. Mit dem abgestempelten Lernfahrausweis sind Fahrten im Ausland allerdings noch verboten. Innerhalb von spätestens 10 Arbeitstagen erhältst du dann deinen Führerschein auf Probe, der auch im Ausland gültig ist.

Mentale & Psychologische Tipps vor und während der Prüfung

Eine gewisse Grundnervosität vor einer Prüfung ist ganz normal. Wie du allerdings deine Prüfung so gelassen wie möglich absolvieren und dein volles Potential ausschöpfen kannst, werden wir im Folgenden genauer anschauen.

Sei immer du selbst:

Bei der Begrüßung, wenn du deinen Experten das erste Mal siehst, ist der erste Eindruck sehr wichtig. Natürlich sind die Verkehrsexperten Profi genug um nur deine gezeigte Leistung und nicht deine Persönlichkeit zu bewerten. Jedoch ist es nicht verkehrt beim Experten einen guten Eindruck zu hinterlassen. Damit soll gesagt sein, sei einfach du selbst und verstelle dich nicht. Falls du während deiner Prüfungsfahrt irgendwelche Tipps vom Experten erhältst, nimm diese zur Kenntnis und versuche diese gegebenenfalls umzusetzen. Klugscheißer, Besserwisser, und auf der anderen Seite „in-den-Arsch-Kriecher“ mag niemand.

Kleider machen Leute:

Über Mode mag man streiten. Kleidervorschriften an der praktischen Prüfung gibt es natürlich keine. Jedoch soll auch da gesagt sein, sei stets du selbst. Verkleide dich nicht in jemanden, den du nicht bist. Trotzdem gibt es ein paar Grundregeln. Achte vor allem auf saubere Kleidung und erscheine vielleicht nicht in den ältesten Klamotten zur Prüfung. Gutes Schuhwerk ist nicht nur für die Prüfung wichtig, sondern generell beim Autofahren. Fahre also nie in Flip-Flops, High-Heels oder Schuhen mit extra dicken Schuhsohlen. Am besten sind Turnschuhe oder sonstige leichte Schuhe.

So wenig Druck wie möglich:

Das wichtigste vor und während der Prüfung ist allerdings, dass du dich selbst nicht zu sehr unter Druck setzt. Sobald du zu sehr unter Druck stehst, kannst du dein volles Leistungspotential nicht abrufen. Vermeide es auf jeden Fall vor deiner Prüfung all deine Freunde über deinen Prüfungstermin zu informieren. Sag es nur denjenigen Personen, die es wissen müssen, z.B. deinen Eltern, Arbeitgeber oder Lehrer, sofern die Prüfung während der Arbeitszeit oder Schulzeit stattfindet.

Geh auch nie zur Prüfung mit dem Gedanken „ich MUSS die Prüfung bestehen“. Der Gedanke „ich KANN die Prüfung bestehen“ ist da viel besser geeignet.

Gute Zeitplanung:

Achte ebenfalls darauf, dass du an deinem Prüfungstag vor der Prüfung nicht in zeitlichen Stress kommst. Wenn es die Schule oder dein Arbeitgeber erlaubt, nimm am besten gleich den ganzen Tag frei. Falls deine Prüfung am frühen Nachmittag stattfindet und du am Morgen bei der Arbeit noch den größten Stress hast, ist das nicht gerade von Vorteil.

Schauermärchen praktische Führerprüfung:

Während deiner gesamten Ausbildung wirst du immer wieder Geschichten über die praktische Prüfung oder auch über einzelne Experten von deinem Umfeld zu hören bekommen. Vieles davon ist meist frei erfunden oder aber die subjektive Meinung von irgendjemandem. Ich spreche da hauptsächlich die Geschichte der obligaten Durchfallquote der Experten an. Dabei handelt es sich nämlich nur um eine nette Geschichte, die sich jemand ausgedacht hat, der die Prüfung nicht bestanden hat und die Schuld dafür bei jemand anderem suchte.

Daher rate ich dir, geh unvoreingenommen an die praktische Prüfung und mach deine eigenen Erfahrungen. Wenn du alles so umsetzen kannst, wie du es in den Fahrstunden gelernt hast, wirst du bei jedem Verkehrsexperten bestehen können.

An der Prüfung werde ich bestimmte Dinge anders machen als in der Fahrstunde:

Eine oft gehörte Aussage, die du bitte gleich wieder vergessen sollst. In den Fahrstunden werden dir viele Automatismen „eingehämmert“ und du entwickelst bereits deinen eigenen Fahrstil. Falls du also versuchen möchtest, an der Prüfung irgendetwas anders zu machen als in den Fahrstunden, sei es, weil du dem Experten imponieren möchtest oder aufgrund anderer Beweggründe, kann das nur schief gehen. Also, lass es sein und mach alles so wie in den Fahrstunden. Noch besser: stell dir während der Prüfungsfahrt vor, dies wäre eine Fahrstunde, einfach mit einem anderen Fahrlehrer neben dir.

Auch Aussagen wie zum Beispiel „Ja, an der Prüfung kann ich das dann schon“ sind ebenso falsch am Platz. Wenn du es in den Fahrstunden noch nicht kannst, wirst du es zu diesem Zeitpunkt an der Prüfung erst recht nicht können.

Im Hier und Jetzt:

Dieser Punkt ist vor allem wichtig während deiner Prüfungsfahrt. Sei dir immer im Klaren, dass der Experte von dir keine perfekte Fahrt verlangt. Perfekte Fahrten gibt es nicht. Der Experte verlangt von dir eine sichere Fahrt unter Einhaltung aller Verkehrsregeln. Wenn du also während der Fahrt selber bemerkst, dass du einen kleinen Fehler begangen hast, wirf die Flinte nicht gleich ins Korn, sondern mach einfach weiter. Die Prüfungsfahrt ist erst zu Ende, wenn du wieder bei der Prüfungsstation zurück bist. Konzentriere dich stets auf diejenige Verkehrssituation, in der du dich gerade befindest. Das Vergangene kannst du sowieso nicht mehr ändern und was die Zukunft bringt, weißt du nicht.

Fazit

Ich bin mir sicher, dass du in deinem bisherigen Leben bereits schwierigere Prüfungen bestanden hast. Wenn du also alles so umsetzen kannst, wie du es in den Fahrstunden gelernt hast und dir die oben stehenden Tipps zu Herzen nimmst, ist die Prüfung nur halb so schwer.